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Rauschendes Fest für einen befreiten Bach

In Mosen wohnten am Samstag, 8. April 2017, mehr als 450 Personen bei schönstem Wetter der Einweihung des revitalisierten Aabachs bei. Der Bach konnte nach 140 Jahren teilweise wieder aus seinem Korsett befreit und naturnah gestaltet werden. Dies ist einer Privatinitiative und einem Kollektiv von verschiedenen Partnern zu verdanken. Profitieren wird davon die Natur, aber auch die Bevölkerung.


Zurückgewonnener Raum für die Natur mit Führungen vorgestellt
Am 8. April 2017 feierten 450 Personen in Mosen am Hallwilersee im Beisein von Prominenz ein buchstäblich rauschendes Fest, organisiert von den ortsansässigen Trychlerbuäbä. Der heute gewunden verlaufende Aabach führte ziemlich viel Wasser und machte auch akustisch auf sich aufmerksam. Er wurde auf 650 Metern Länge aus seiner Einengung befreit und vor allem für Seeforellen aufgewertet, so dass diese aus dem Hallwilersee aufsteigen und dort laichen können. Profitieren werden aber auch zahlreiche weitere Lebewesen. Und dass auch die Bevölkerung Freude an der neuen Lebendigkeit des Baches hat, zeigten die verschiedenen Führungen mit bis zu 100 Teilnehmern.


Eine Privatinitiative und starke Partner
2010 begann Hobbyfischer Richard Stadelmann sich Gedanken zu machen, wie man den Aabach im Zuge der geplanten Verbesserung des Hochwasserschutzes gleichzeitig renaturieren und für gefährdete Arten wie etwa die Seeforelle attraktiver machen könnte. Der Mitinhaber einer Holzbaufirma besuchte das Projekt «Riverwatch» des WWF, welches Freiwilligen vermittelt, wie man als Einzelner Renaturierungs-Projekte anstossen und zum Erfolg bringen kann. Hunderte von Stunden hat Stadelmann in Überzeugungs- und Öffentlichkeitsarbeit gesteckt. Nach sieben Jahren und dank grosser Unterstützung von Bund, Kanton, Gemeinde Hitzkirch, ewz, Landschaftschutzverband Hallwilersee, Pro Natura, WWF, Bodenbesitzern und Anstössern fliesst der Aabach nun auf 650 Metern Länge wieder frei.

Prominenz würdigt Projekt
FDP-Ständerat Damian Müller, der am Aabach aufgewachsen ist, zeigte sich am Podiumsgespräch beeindruckt vom neuen Aabach und betonte, dass die Initiative eines Einzelnen auch im Umweltschutz vieles bewirken kann. Eine entscheidende Rolle in der Projekt-Umsetzung spielte aber auch der Kanton Luzern, der in der Revitalisierung eine Opportunität sah und nicht am ursprünglichen Hochwasserprojekt festhielt, welches für die Natur nicht viel gebracht hätte. Albin Schmidhauser, bis vor kurzem Leiter der Abteilung Naturgefahren beim Kanton, unterstrich denn auch die Wichtigkeit solcher wegweisenden Projekte. Unter seiner Leitung wurde 2014 eine kantonale Revitalisierungsplanung fertiggestellt, die aufzeigt, welche Gewässer in den nächsten 80 Jahren gemäss Gewässerschutzgesetz aufgewertet werden müssen. Christoph Busenhart, Leiter der Limmatkraftwerke und Mitverantwortlicher für den ewz nature made star Fonds zeigte auf, dass ewz-Kunden deren zertifizierte Kraftwerke mit einem Rappen pro verkaufte Kilowattstunde Ökostrom unterstützen. Dieses Geld fliesst zweckgebunden in Revitalisierungsprojekte wie dieses am Aabach. Neben dem Löwenanteil an Finanzierung, den der Bund einbrachte, übernahm ewz einen Drittel der Kosten.

Die Natur braucht Verbündete
Kurt Eichenberger, Geschäftsleiter vom WWF Luzern, schloss als Podiumsleiter die Veranstaltung, indem er zusammenfasste, dass der Vollzug des Gewässersschutzgesetzes in vielen Kantonen einen schweren Stand habe und deshalb der Aabach ein tolles Projekt sei, bei dem viele Akteure zusammenspannten und zum Erfolg verhalfen. Die Natur braucht Verbündete und Botschafter. Dies besiegelte auch Serge Karrer, Gemeindepräsident von Hitzkirch, der den neuen Aabach mit einer Informationstafel offiziell einweihte.



Text: Kurt Eichenberger
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Der revitalisierte Aabach (Foto René Bieri)

Datum der Neuigkeit 5. Mai 2017

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