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25.06.2019 19:33:35


Abschied von der Soziokulturellen Jugendanimatorin der Offenen Jugendarbeit Hitzkirchertal

Ende dieses Schuljahres verlässt Susca Bucher, Soziokulturelle Animatorin, die Offene Jugendarbeit Hitzkirchertal und geht in die Frühpension. Bruno Kaeslin, Medienverantwortlicher der Jugendkommission, stellt ihr dazu einige Fragen.

 

Fast 9 Jahre hast du in der Offenen Jugendarbeit des Hitzkirchertals gearbeitet. Eine lange Zeit für die Soziokultur, was hat dazu beigetragen?

Der Hauptgrund sind die Jugendlichen selber mit ihrer grossen Offenheit und ihren vielfältigen Themen. Das Begleiten von herausfordernden Prozessen des Erwachsenwerdens, das Finden einer persönlichen Identität, aber auch das Finden des persönlichen Platzes innerhalb von Peergruppen und der Gesellschaft. Dies berührte mich immer wieder und zeigte mir, wie wichtig und sinnvoll die Arbeit mit Jugendlichen ist.

Gleichzeitig war es für mich auch spannend, die Entwicklung auf operativer und zum Teil auch auf strategischer Ebene mitzugestalten und den wechselnden Bedürfnissen der Jugendlichen und den neuesten Erkenntnissen der Soziokultur anzupassen.

 

Welche Entwicklungen hast du in den letzten Jahren mitgeprägt?

Mit meiner Anstellung im Jahr 2010 wurde die Mädchen*arbeit eingeführt. Diesen neuen und wichtigen Aufgabenbereich innerhalb der Genderarbeit, durfte ich aufbauen. Zur Unterstützung besuchte ich Weiterbildungen und vernetzte mich innerhalb verschiedener Fachgruppen zum Thema Mädchen*arbeit. Dieses Wissen und praktische Erfahrungen mit vielen Mädchen* aus dem Hitzkirchertal trugen dazu bei, dass sich dieses Angebot kontinuierlich weiterentwickelte. Seit 7 Jahren ist die wöchentliche Girls*time ein beliebtes Angebot, in welchem sich zwischen 8 und 18 Mädchen* zum Kochen und Essen und zu verschieden Aktivitäten treffen. Auch werden dort mädchen*spezifische Themen aufgenommen und diskutiert. In diesem Gefäss, aber auch innerhalb des Gentlemens*Clubs – oder während den Jugendbürozeiten – ist es möglich, dass Jugendliche ihre Ideen einbringen und gemeinsam schauen wir, wie ihre Ideen in Projekte einfliessen können.

 

Wie stark können denn die Jugendlichen selber bestimmen, welche ihrer Ideen in Projekte umgesetzt werden?

Grundsätzlich sind wir sehr offen für verschiedenste Ideen der Jugendlichen und laden motivierte Jugendliche für ein Gespräch ein. Wir nehmen eine Idee auf, wenn sie auch bei anderen Jugendlichen Resonanz findet und die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenzen der Jugendlichen fördert. Als nächstes schauen wir, welche Kerngruppe bereit ist, aktiv mitzugestalten, zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen. Dann beginnt ein spannender, demokratischer Planungsprozess. Dabei lernen die einzelnen Jugendlichen sich mitzuteilen, zuzuhören, auszuhandeln, Kompromisse einzugehen, Verantwortung zu übernehmen und manchmal auch tatkräftig anzupacken, wie zum Beispiel bei der umfangreichen Neugestaltung der Treffräumlichkeiten.

 

Du warst ja sehr engagiert innerhalb der Mädchen*arbeit. Gibt es ein Projekt, das dich persönlich überrascht oder besonders fasziniert hat?

Der jährliche Mädchen*powertag ist für mich und auch für viele Mädchen* ein ganz spezieller Tag, wo Mädchen* Neues ausprobieren und neue Erfahrungen machen können. Es erstaunt und freut mich sehr, wie immer mehr Mädchen* aus dem Hitzkirchertal aktiv mithelfen, diesen tollen Tag zu planen und selber in verschiedenen Workshops und Ateliers mitleiten oder sogar selbständig anleiten.

 

Hast du noch ein anderes Beispiel?

Ein weiteres, ausgesprochen partizipatives Projekt war ein Mädchen*trekking in den Bergen. 6 Mädchen* träumten davon, unter freiem Sternenhimmel zu schlafen, am Feuer zu kochen, in einem Bach zu baden und einfach 4 Tage zusammen - ohne Handy - in der Natur zu verbringen. Diese Idee unterstützte ich sehr gerne und mit den Mädchen* zusammen plante ich ein unvergessliches Erlebnis. Ihr Traum wurde Wirklichkeit und wir erlebten tatsächlich Nächte mit klarem Sternenhimmel und leuchtenden Sternschnuppen. Lehmschlachten im Bach, diverse Herausforderungen, Tränen, aber auch viel Freude und Lachen begleiteten diese Tage. Noch heute schwärmen die Mädchen* von ihrem Abenteuer.

 

Danke für diesen Einblick. Was wünschst du der Offenen Jugendarbeit Hitzkirchertal für die Zukunft?

Ich fühle mich durch die Offenheit der Jugendlichen, ihr Vertrauen und ihre so unterschiedlichen Persönlichkeiten reich beschenkt. Ich wünsche allen diesen jungen Menschen viel Vertrauen in sich selber, in ihre Fähigkeiten und in ihr „Sosein“, wie sie sind. Im Sinne unseres Jahres-Mottos «ich bin so wie ich bin – du bist so wie du bist» und das ist gut so! Dazu den Mut, dies zu zeigen, sich einzubringen ins Leben, in die Jugendarbeit und in unsere Gesellschaft.

 

Du hast während den letzten 9 Jahren ja auch dazu beigetragen, dass dies möglich wurde…

.. . ja, da hatte ich aber auch Glück mit meinem Mitarbeiter Philipp Hodel. Ihm ein grosses Dankeschön für die professionelle und tolle Zusammenarbeit, speziell auch für sein grosses Engagement innerhalb der Buben*arbeit. Ebenfalls herzlichen Dank allen Jugendlichen und ihren Eltern für ihr Vertrauen, aber auch der Jugendkommission, der Gemeinde, der katholischen Kirche und einfach allen, die engagiert dazu beitragen, dass sich die Jugendarbeit des Hitzkirchertals weiterentwickelt.

Danke für das Interview und im Namen der Jugendkommission ein herzliches Dankeschön für dein grosses Engagement während den letzten 9 Jahren.

 

Jugendkommission der Offenen Jugendarbeit Hitzkirchertal

Bruno Kaeslin


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Datum der Neuigkeit 12. Juni 2019
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