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Klein, aber fein: Sulz


Waldeinsamkeit und Geborgenheit in der Natur, zwei Dinge, die in Sulz zur Lebensqualität gehören. Aber seit jeher bestehen starke Bande zum Hitzkirchertal.
Ortsteil Sulz
Die Kleinheit des Dorfes ist das Besondere, dies wurde den Sulzern durch die Aussagen von Neuzuzügern erst so richtig bewusst. «Wir haben sie gesucht, die Kleinheit und beschauliche Stille.» Der Ortsteil Sulz wird diese Qualitäten auch nicht so schnell aufs Spiel setzen, denn alle schätzen sie. Dass das kleine Dorf bis ins 19. Jahrhundert Weinbau betrieb, mag man heute fast nicht mehr glauben. Denn es gibt keine Spuren mehr zu entdecken. Das schlichte Gemeindewappen stellt also keinen Weinbottich dar, wie man meinen könnte, sondern ein Salzfass. Ob der Ortsname Sulz vom Wort Salz herstammt? Jedenfalls ist Salz ein sinnreiches Symbol für «die Würze des Lebens».

Zuzüger von weit her

Die Bevölkerung besteht aus einer guten Mischung von Einheimischen und Zuzügern. Wer denkt, dass neue Bewohner nur durch Zufall auf Sulz als Wohnort stossen, der irrt. Dank Internet haben sich auch ausländische Familien und Leute von weit her hier eine Eigentumswohnung gekauft und fühlen sich wohl: Bündner, Deutsche, Amerikaschweizer. Kein Wunder, dass man hier gerne lebt, nah an der Natur, in diesem angenehmen Klima, abgeschieden, aber mit Weitblick. Kein Wunder, dass man auch weltoffen ist bei so vielen Annehmlichkeiten und Vorzügen. Da nimmt man auch etwas weitere Wege gern in Kauf. Mein Wohnhaus ist auch mein Ferienhaus – so könnte man die Einstellung zum Sulzer Wohnsitz umschreiben.

Leitformel: Allianzen bilden

Da es in Sulz keine eigentlichen Vereine gibt, wird in Zukunft eine Herausforderung darin bestehen, dass man als Ersatz für die wegfallenden Gemeindeversammlungen neue Formen des Zusammenfindens und des Gedankenaustausches findet. Das alte Sprüzzehüsli, das die Korporation im Wald auf den höchsten Punkt von Sulz versetzt hat, ist ein nur kleiner, aber origineller Beitrag zur Geselligkeit. Das vom Gemeinderat alle zwei bis drei Jahre organisierte Dorffest wird allerdings neue Organisatoren finden müssen. Bereits bestehende Aktivitäten, wie etwa die Chlausgruppe oder die sehr engagierte Frauengruppe, sind Keimzellen für das lebendige Miteinander der Zukunft. Hoffnung macht auch, dass vielfältige Bande zu anderen Gemeinden längst Tradition haben, sei es schulisch, kirchlich oder in Vereinen. Allianzen bilden – dies könnte die Leitformel sein.

Nur wenige Landreserven

Eigeninitiative zeichnet die Sulzer seit jeher aus. Drei Kleingewerbebetriebe sind da, wobei gesagt werden muss, dass nur geringe Landreserven vorhanden sind. Denn die bestehenden Landwirtschaftsbetriebe sind gesund und suchen sich durch Investitionen und neue Ideen zu stärken. Zersiedelung und Umzonungen sind in Sulz kaum ein Thema.

Eine Sulzerin als Hitzkircher Institution

Einen grossen Beitrag zur Hitzkircher Lebensqualität lieferte übrigens das kleine Sulz in der Person der «Zocker-Käthi», die über Jahrzehnte bis ins Jahr 1967 als geniale Zuckerbäckerin, erste Kaffeehausbetreiberin, legendäre Glaceherstellerin und Hitzkircher Dorforiginal mit «Morning Post»-Funktion im ganzen Tal bekannt war. Unverwechselbar war, dass sie all ihre Aussagen mit ihrem legendären «nänd au a» unterstrich.

Die Natur schafft hier Kunstwerke

Die Sulzer Landschaft wird von intensiver Landwirtschaft geprägt, denn die weitsichtige, schon vor 30 Jahren durchgeführte Güterzusammenlegung stärkte die Landwirtschaftsbetriebe. Die gut gepflegten Wälder sind nicht nur für die Einheimischen erholsame Anziehungspunkte. Und so stört es niemanden, dass sich hier in dieser stillen und beschaulichen Landschaft Rehe und Hasen und Füchse «gute Nacht sagen», wie es im Volksmund so treffend heisst. Für kleine Höhenwanderungen auf dem Lindenberg ist der Sulzer Berg besonders beliebt. Vor allem im Winter, weil es hier meistens nebelfrei ist. Seit dem Sturm «Lothar» ist hier ein ganz natürliches Kunstwerk entstanden. Drei umgestürzte Bäume haben sich mit ihren Wurzeln zu einer Einheit für immer verbunden. Die drei Bäume wurden so zum Symbol für das verflochtene Miteinander der Hitzkircher Ortsteile.

Zahlen und Fakten


Höhe: 730 m ü. M.
Einwohner: 191
Haushalte: 76

Infrastruktur:
Kindergarten in Müswangen, Primarschule in Hämikon, Kinderspielplatz, Mehrzweckhalle, Bus-Haltestelle, Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe, Baulandreserven vorhanden

Wappen von Sulz
Wappen von Sulz
 
 

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