In den Neunzigerjahren realisierte die Gemeinde einen Treffpunkt für Menschen jeden Alters, gegliedert in fünf Teile: Fussballplatz für Jugendliche, Festplatz mit Feuerstelle, Kleinkinderspielplatz, kreativem Spielhügel sowie einem anregenden Heckenlehrpfad entlang des Baches. In Müswangen kennt man kaum Probleme, wie sie sich heute in städtischer oder industrieller Umgebung fast zwangsläufig ergeben. Das mit Blumen reich geschmückte Tor, durch das am Auffahrtstag bis zu 200 Pferde mit ihren Reiterinnen und Reitern nach Müswangen kommen, taugt als Symbol für die herzliche Offenheit, mit der hier Gäste willkommen geheissen werden. Der stimmungsvolle Auffahrtsumritt mit Pferdesegnung findet seit über 400 Jahren statt.
Ruhe und ländliche Idylle prägen die Atmosphäre im kleinen Bauerndorf auch noch, nachdem seit Anfang der Neunzigerjahre zahlreiche Neuzuziehende hier Wohnsitz genommen haben. Eben gerade darum, weil sie diese ländliche Abgeschiedenheit schätzen. Hier ist der Weg zur Erholung nicht weit. Die Landwirte haben sich daran gewöhnt, dass die „Neuen“ auch neue Anliegen haben, zum Beispiel doch bitte, bitte an Samstagen keine Gülle auszufahren. Die ländliche Ruhe schätzen auch die vielen Sonnenhungrigen, die an Wochenenden und Feiertagen nach Müswangen pilgern. Gerade im Herbst und Winter, wenn im Tal zäher Nebel liegt. Übrigens: Diese Sonnenlage schätzten schon die alten Römer, wie Reste eines antiken Gutshofes beweisen.
Die Nachfrage nach Bauland für Wohneigentum ist begehrt, treffen doch pro Jahr einige Anfragen von Interessenten ein. Man ist sicher, dass die Formel Seetal = Wohntal von der IDEE SEETAL nur funktioniert, wenn private Zuziehende auch nach Müswangen kommen werden. Natürlich interessieren auch alte Geschichten die Müswanger/innen. So spukt im Sturm der Frühlingsnächte und im düsteren Novembernebel lautlos der Stifeliriter auf seinem Schimmel durch die Müswanger Allmend. In dieser Sage lebt ein ungetreuer Steuereintreiber des Klosters Muri weiter. Er ist von „gar schröcklicher Gestalt“: Seine Augen sprühen grünes Feuer, Haare und Bart sind zum Fürchten brandrot.
Da Müswangen einmal zum Kloster Muri gehörte, bestanden über Jahrhunderte starke Bande zum nahen Freiamt. Umso erstaunlicher war, dass trotz der guten Strassenverbindung die nahe Aargauer Kantonsgrenze bis vor kurzem wie eine Mauer war. Das hatte wohl mit politischen Dissonanzen im 19. Jahrhundert zu tun. Einzig die Liebe schaffte es in Einzelfällen, die Grenzen zu überschreiten. Über eine Wasserproblematik mit dem nahen Geltwil fand man vor einiger Zeit zusammen und pflegt heute gutnachbarliche Kontakte zu fünf Freiämter Gemeinden. Denn das Wachstum kommt auch via Freiamt. Neben Hitzkirch sind viele Müswanger wegen der kurzen Distanz natürlicherweise nach Muri orientiert – was ja künftig auch auf Hitzkirch anregend wirken kann, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.
Auch das im Aufbau begriffene regionale S-Bahnnetz wird das seine dazu beitragen, denn Arbeit finden die Müswanger/innen neben dem unteren Seetal vor allem in Richtung Zürich und Zug sowie im angrenzenden Aargau. Und die von der Arbeit Müden kehren heim in die Mitte einer Erholungszone. Ruhe und Regeneration heisst das Stichwort, das auch im philosophischen Besinnungsweg, der sich Richtung Sulzer Kreuz erstreckt, seinen Ausdruck findet.
Höhe: 810 m.ü.M.
Einwohner: 556
Haushalte: 259
Infrastruktur:
Kindergarten, Primarschule in Hämikon, Kinderspielplatz, Bus-Haltestelle, Restaurant, Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe